aus dem Forum Wiederaufbau Paulinerkirche Leipzig (3391)

geschrieben am 07. April 2004 01:08:34:

Topfstedt

Als Antwort auf: Oder auch nicht ... geschrieben von Ann Khler am 07. April 2004 00:34:11:

Herr Prof. Topfstedt kannte seit den 70er Jahren bestens u.a. den offiziell erhaltenen Bestand der Paulinerkirche. Was ist davon in seinen Empfehlungen für den Wettbewerb aufgetaucht?? Wie wurde vom wissenschaftlichen Standpunkt das Areal des Wiederbebauungsgebietes von seiner Seite überhaupt eingeschätzt???

In diesem Sinne bereitete ich z.B. einen Projektvorschlag zur Vorbereitung des Wettbewerbs im Jahre 2000 für ihn vor. Von ihm, als damals Verantwortlichen der Universität Leipzig habe ich nie wieder etwas gehört.

Allerdings war mir dieses Verhalten gut bekannt. Während zu DDR-Zeiten ich und einige andere sich für den Erhalt von Altbausubstanz einsetzten (unter der Gefahr des Verlustes des Arbeitsplatzes), nistete sich der Karriere-Kader, der immer schöne Worte zu seiner Positionierung fand, im DDR-Neubau am Nikischplatz bestens ein...

Was die Universitätsleitung nicht wissen wollte

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aus dem Forum Wiederaufbau Paulinerkirche Leipzig (3418)

geschrieben am 09. April 2004 02:29:05:

Unbeantwortet (1) - Verantwortungsträger Topfstedt 1998

Auf Anregung von Ann Köhler werde ich nun ab und an einige Dokumente zur Verfügung stellen, die den meisten bisher nicht bekannt sind. Damit wird Transparenz hergestellt, die bei den Empfängern fehlt. Keiner soll sagen, er habe es nicht gewußt bzw. es gibt keine entsprechenden Aktivitäten.

Hinsichtlich der Wiedergabe bitte ich um Verständnis, wenn einige Fehler enthalten sind bzw. das Layout hierbei nicht übernommen wurde. Entscheidend möge bitte der Inhalt sein.

zu (1)

Da ich zu dieser Veranstaltung leider später kam, erfuhr ich zumindest aus der Diskussion, daß sich mehrere Teilnehmer zu einer aktiven Mitarbeit bereiterklärten.

Dieses ist wichtig zu nennen, weil die Willensbildung zur Konzilsvorbereitung 1999 unter vorstzlicher Ausschaltung dieser Wortmeldungen durch Herrn Topfstedt erfolgte (was leider erst nachtrglich offenkundig wurde).

(1)

Herrn Prof. Dr. Thomas Topfstedt

zur heutigen Veranstaltung

Da ich leider 15 Uhr leider nicht anwesend sein kann:

(- eigentlich Kritik an der Universitätsleitung -)

Aufbruch in das neue Jahrtausend

Das 600jährige Jubiläum der Leipziger Universität im Jahre 2009 findet erneut in einer Zeit eines rasanten Wissenschaftsumbruchs statt, in dem die Verfügbarkeit von Wissen und die Integration der Wissenschaften durch Informationstechnologien völlig neue Perspektiven und Ausmaße annimmt. Dieser Herausforderung muß sich die Universität stellen.

Ein ganzes Rechenzentrum, Institute für Mathematik und Informatik befinden sich auf historisch bedeutsamen Boden. Und sie haben Chancen beträchtlicher Erweiterungen für alle Wissenschaftsgebiete, um nur zwei Beispiele anzudeuten: Theorien von Leibniz bis Flechsig werden in Modellen abbild- bzw. vergleichbar. Architektur kann in ihren historisch bedingten Funktionen und Strukturen von Lotter bis Dybwad, Rossbach, Licht und Gropius dargestellt und erlebt werden. Geschichte wird unmittelbarer präsent sein denn je. Das Methodeninventar der Geisteswissenschaften steht vor einem Wandel.

Für die akademischen Akte und wissenschaftliche Veranstaltungen im Sinne von Geschichte ist das Flair vom ehemaligen Reichsgericht am geeignetsten.

Aber bei der Neuplanung der Gebäude am Augustusplatz müssen die dort beheimateten Institute identitätsstiftend eingebunden werden. 3D-Techniken, VRML, VRBL etc. sind Methoden, die man sich im ureigensten Sinne wissenschaftlichen Denkens und Handelns zunutze machen muß. Hier gibt es gravierenden Nachholebedarf, die fachliche Substanz für eine Diskussion zum Augustusplatz und seine Bauten zu schaffen. Die Leipziger Universität darf es sich nicht leisten, erneut Schaden durch politische Fehlentscheidung oder architektonischen Diletantismus geschehen zu lassen.

Die Unterstützung, dieses Anliegen sachkundig mit zu meistern, liegt hiermit vor.

Wieland Zumpe

Leipzig, den 02.12.1998

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aus dem Forum Wiederaufbau Paulinerkirche Leipzig (3419)

geschrieben am 09. April 2004 02:38:31:

Unbeantwortet (2) - Verantwortungsträger Topfstedt 2000

zu (2)

Eine der weiteren Aktivitäten war, Projekte zu initiieren wie mit dem nachfolgenden Entwurf, der später noch ergänzt wurde, die sich der Vorbereitung des Universitätsjubiläums widmen und einem möglichen weiteren Architekturwettbewerb dienen sollen.

Von dem Verantwortungsträger war dann nichts mehr zu hören. Auch eine spätere Dienstaufsichtsbeschwerde beim SMWK löste sich in Wohlgefallen auf.

(2)

Projektentwurf Stand 19.4.2000 (bisher nur abgestimmt mit Herrn Behrends)

Mit Geschichte Zukunft gestalten

Campus ´21

Gemeinschaftsprojekt

Prof. Dr. Thomas Topfstedt, Institut für Kunstgeschichte

Prof. Dr. Manfred Rudersdorf, Historisches Seminar

Rainer Behrends, Kustodie

Wieland Zumpe

Kooperationspartner:

Bürgersammlung Leipzig

Gustav-Theodor-Fechner-Gesellschaft e.V.

0. Zielstellung

Die Entwicklung der Universität Leipzig hat ihren räumlichen Ursprung im Territorium des ehemaligen Dominikanerklosters. Im Zuge der Neubebauungen für das 21. Jahrhundert auf dem Universitätsgelände zwischen Augustusplatz, Grimmaischer Straße, Universitätsstraße, Schillerstraße und Moritzbastei trägt das Gemeinschaftsprojekt dazu bei, historische Dokumente, Informationen und Quellenmaterial für die wissenschaftliche Forschung und Lehre, für die Planung und Entwicklung sowie für die öffentliche Nutzung bereitzustellen.

Durch den Einsatz moderner Internet- bzw. Informationstechnologien entsteht ein qualitativ neuartige und perspektivisch aufbaufähige Wissensstruktur in Vorbereitung der Würdigung des 600jährigen Bestehens der Universität Leipzig.

1. Teilbereiche

1.1. Kunstgeschichte

Aufbereitung und Erstellung digitalisierter Daten zur Baugeschichte zum Gebiet zwischen Augustusplatz, Grimmaischer Straße, Universitätsstraße, Schillerstraße und Moritzbastei einschließlich notwendiger Umgebungsinformationen

- Entstehungsgeschichte der einzelnen Bauwerke (einschließlich der Quellennachweise)

- Lagepläne/Grundrisse

- Dokumentation der Ansichten (Gebäude/Fassaden, Höfe, Türen/Tore,Innenräume)

- Erschließung der Sekundärdaten zur Bebauungsgeschichte (Natur/Vegetation, Verkehr, Plastik, Stadtmobiliar, Straßen/Wege)

1.2. Historisches Seminar

Erforschung der Wissenschaftsgeschichte bezogen auf das umschriebene Territorium, d.h.

- Schaffensbedingungen im Laufe der Geschichte

- Darstellung historischer Lebensbilder /-welten (Alltag, Studienbetrieb, Wechselwirkungen zu Wirtschaft, Messen, Kriegen)

- Dokumentation der Veränderungen (Wissenschaftsentwicklung)

Erstellung von erweiterbaren Materialsammlungen und Datenbanken, die fachgebietsübergreifende Wechselwirkungen erkennen und darstellen lassen

1.3. Kustodie

- Digitale Erfassung und Aufbereitung von Ausstellungsmaterialien

- Vorbereitung der Ausstellungen zu Präsentationen im Internet im 2D- und 3D-Format

1.4. 3D-Modelle

- Erstellung von 3D-Modelle je nach Erschließungsstand vorhandener Datenbestände

1.5. Übersetzungen und Datenintegration

- Für die weltweite Präsentation sind Übersetzungen zu erstellen.

- Gleichzeitig ist abzuprüfen, inwieweit bereits verfügbare Datenbestände nutzbar sind und wie an integrierenden Projekten angeknüpft werden kann.

2. Zusammenwirken der Themenbereiche

Durch die Erschließung neuer Medien und Informationstechnologien für die einzelnen Bereiche wird es ermöglicht, Themenstellungen zu bearbeiten, die in dieser Form und Auswertungstiefe bislang nicht realisierbar waren.

Mittels Internet-, 3D- und Java-Technologien entstehen fachgebietsübergreifend mehrere Vorteile für die Partner

- wechselseitiger Erkenntnisgewinn

- verbesserte Information und Kommunikation

- Fortschritte bei der Analyse komplexer Sachverhalte

- öffentlichkeitswirksame Darstellung von Ergebnissen

- offene Schnittstellen zum weiteren Ausbau von Daten- und Wissensbeständen

3. Ergebnisse

In Form einer Präsentation im Internet werden folgende Ergebnisse öffentlich nutzbar und frei zur Verfügung gestellt:

- Dokumentation der Baugeschichte, einschließlich Bild- und 3D-Modellen

- Biographien

- wichtige Werke von Wissenschaftlern im Originaltext

- Auswertungen zur Wissenschaftsgeschichte (Wissenschaftsgenealogie, historische Informationsnetzwerke)

- Zeitdokumente u.a. der Lebensbedingungen /-weise

- Ausstellungsvorhaben mit Bildern und virtuellen Ausstellungen

- weitere multimediale Komponenten

Die Präsentation soll als Beispiel und als attraktive Adresse städtischen Lebens allen interessierten Wissenschaftlern, Leipziger Bürgern und Touristen dienen.

Gleichzeitig soll sie allen Fakultäten eigene Themen eröffnen (historische wissenschaftliche Experimente, Kopplung an geografische Informationssysteme u.a.), sich dem Projekt anzuschließen.

4. Finanzierung

5. Zeitplan seit 1999

Wieland Zumpe 19.4.2000